Am 07. Mai machte sich die AH des VfB Bretten (1 x U50, 13 x Ü50) auf den Weg zu einer mehrtägigen Reise nach Longjumeau. Geplant war ein Zwischenstopp in Paris sowie ein Veteranenturnier in Longjumeau, der Partnerstadt von Bretten.
Mit einem prall gefüllten Programm im Gepäck trafen wir uns am frühen Donnerstagmorgen am Bahnhof Bretten, um mit dem Zug die Reise über Karlsruhe nach Paris anzutreten. Schon in Karlsruhe mussten wir feststellen, dass auf die Deutsche Bahn Verlass war. Mit einer verhältnismäßig kleinen Verspätung von 33 Minuten konnten wir schließlich den ICE nach Paris besteigen und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 317 km/h unserem Ziel entgegenrauschen. Die Verzögerung am Karlsruher HBF hatten wir gekonnt ausnutzen, um uns für die ca. 2 ½-stündige Zugfahrt zu stärken. Nicht nur wegen gekühltem Bier, frischen Brezeln und Pfefferbeißer war die Stimmung hier bereits hervorragend. Ernste Themen wären der Zugfahrt Nebensache, es wurde durchgehend über Fußball, die deutsche Wirtschaftslage und Politik geredet – teilweise mit sehr konträren, aber auch interessanten Ansichten und Meinungen. Nach Ankunft in Paris am Gare de l’Est ging es sofort mit der Metro weiter zu unserem IBIS Hotel im Bezirk Lumière. Es folgte ein Quick-Check-in (ohne Frischmachen) und der unverzügliche Weitermarsch über Oberkampf und Stalingrad (Metro-Haltestellen) in Richtung Zentrum von Paris. Dort war bereits um 14 Uhr eine 3-stündige Rad-Sightseeing-Tour durch Paris gebucht. Nach Helmausgabe und einer kurzen Einweisung durch unsere Reiseführerin Jasmin ging es dann mit einem Hollandrad (Herkules, 7-Gang-Handschaltung) vom Opernhaus, Place Vendôme (Napoleon-Statue), Place de la Concorde mit Blick zum Arc de Triomphe und dem Louvre, Pont Alexandre III, Les Invalides (Grab Napoleons), zum Eiffelturm. Es folgte eine kurze Snack-Pause bei der Patisserie mit den besten Croissants (Anmerkung für alle Bäcker: Preis 1,20 Euro, mit Schoko 1,30) sowie eine Flüssigkeitsaufnahme an einer umgebauten Baustellenbude am Seine-Ufer. Krönender Abschluss war die Kathedrale Notre Dame, ehe wir mit einer Zeitüberschreitung von einer Stunde unsere Ausgangsposition wieder erreicht hatten. Schweren Herzens mussten wir uns hier von Jasmin (sie kannte wirklich jeden Stein in Paris – mit Jahreszahl) wieder verabschieden. Sie hätte uns sicherlich noch mehr über Paris gezeigt und erzählt, aber der Hunger rief und die um 19 Uhr gebuchte Brasserie wartete auch schon ungeduldig auf uns. Von Bier bis Wein, von Fisch bis Rind, konnten wir hier genusstechnisch unsere Vielseitigkeit männertypisch (ohne viel Gemüse) unter Beweis stellen. Im Anschluss daran hatten wir noch das Vergnügen, das Freiburg-Spiel in einer frz. Eckkneipe anschauen zu dürfen (der Wirt war sofort bereit, vom Strasbourg-Spiel auf das Freiburg-Spiel umzuschalten). Nach einem längeren Absacker in einer Bar nahe unserem Hotel ging der 1. Tag mit einer leichten Übersäuerung der Beinmuskulatur zu Ende. Tag 2 war nicht weniger anspruchsvoll: am Tag der deutschen Kapitulation – 8. Mai – frz. Nationalfeiertag – bestiegen wir den Montmartre, um beim Sacre Coeur die Aussicht über Paris zu genießen. Steiler Aufstieg, langer Abstieg und ein Veteranenturnier am Samstag vor Augen mussten wir hier etwas Rücksicht auf uns nehmen (wir waren kurz vor der 20.000-Schritte-Marke). Zwei längere Pausen an einem Straßencafé und auf einem Schiffrestaurant kamen uns dabei sehr entgegen. Nach einer herrlichen Dusche im Hotel ging es zum Abendessen erneut in eine sehr gediegene Brasserie (in der wir auch einen ehemaligen Spieler von Paris Saint-Germain kennenlernen durften). Wieder verwöhnt mit tollem Essen und Wein ging es anschließend zum Night-Walk in Richtung Eiffelturm. Ähnlich wie ein berühmter Stern zeigte uns das Leuchten des Stahl-Monuments den Weg, den wir zu gehen hatten. Neben den vielen tiefausgeschnittenen Möchtegern-Models haben wir es uns selbstverständlich nicht nehmen lassen, uns lichtbildtechnisch vor dem 1889 erbauten und enorm beeindruckenden Stahlgerüst zu verewigen. Da einige schon tief in den Vorbereitungen zum Folgetag waren, haben wir uns zum Abschluss nur noch einen kurzen Halt an unserer “Hotelbar“ gegönnt.
Am 3. Tag erfolgte nach dem Frühstück die Anreise nach Longjumeau. Mit Zug, Bus und zu Fuß (nur ein kleiner, auserwählter Teil durfte die Großzügigkeit einer mitfühlenden Französin in Anspruch nehmen und bei ihr im Pkw mitfahren) ging es zum nächsten Hotel – ein Best Western. Hier wurden wir für die vergangene, doch sehr spartanisch eingerichtete Unterkunft, fürstlich entlohnt. Ein Komforthotel, an das wir uns als Fußballprofis hätten gewöhnen können.
Nach kurzer Erfrischung und Taktik-Besprechung des Betreuerteams (Wolle, Beddel, Linde, Erne) ging es dann mit Taxis zum FC Longjumeau. Noch vor Beginn des Turniers wurde unsere Hoffnung, nicht auf den im Werbebanner abgelichteten, äußerst athletischen wirkenden Stürmer zu treffen, gnadenlos zerstört. Auch nach der Begrüßung alter Freunde aus Condeixa war das Unbehagen unseres 10-Mann-Teams (Ü50!) vor dem anstehenden Spiel gegen die Ü35 des FC Longjumeau etwas anzumerken. In brütender Mittagshitze kam es dann für unsere durch einen Torwart aus Condeixa verstärkte Mannschaft gegen die sehr frisch wirkenden Longjumellois (alle ursprünglich aus dem Senegal stammende Franzosen) zu einem doch sehr ungleichen (alterstechnisch und vielleicht auch etwas physisch) 40-minütigem Duell. Respekt vor unseren Jungs, Dirk F., Vöge, Serge, Thieu, Achim, Andre, Bernd Z., Michel, Alex und Bernd H., die sich der Übermacht stellten, wacker kämpften und sich, trotz der Niederlage, nicht aus dem Stadion schießen ließen. Es folgten noch zwei Freundschaftsduelle gegen Longjumeau II (Ü45) und Condeixa, die sportlich mehr Freude bereiteten und deutlich ausgeglichener verliefen, auch im Ergebnis. Nach einem kurzen offiziellen Teil und einem gemeinsamen Essen mit Pizza und Bier beim FC Longjumeau ließen wir den weiteren Abend an unserer Hotelbar ausklingen. Gezeichnet von den ereignisreichen Tagen traten wir am Sonntag wieder, diesmal mit dem TGV, die Heimreise an. Zuletzt möchte ich mich im Namen der AH-Reisegruppe bei unserem „Franzosen“ Serge Alcaluzac bedanken, der die komplette Planung des Ausflugs, alle Buchungen und Dolmetschertätigkeiten übernommen und sensationell bewältigt hat – Merci, merci. Es war ein grandioser Ausflug!



